Software-Ergonomie / Usability – ganz schön schwer

23. Jan 2008

Wenn man im Web 2.0 richtig Fuß fassen will, muss man heutzutage mehr erschaffen als eine bloße Webseite. Das Web 2.0 will Funktionen, Anwendungen, Software. Leider sind die meisten Web Entwickler zwar durschnittliche bis gute Webdesigner, aber von der Website zur Anwendung ist es ein sehr weiter Schritt.

Ich muss dies zur Zeit selbst erkennen, da ich mittlerweile die dritte Version meines Produktdesigns in den virtuellen Mülleimer verfrachtet habe – benutzerunfreundlich. Gerade wenn man Funktionen anbietet, müssen diese auch für die Zielgruppe (meistens nicht die Computerspezialisten) ohne Probleme benutzbar sein. Daran scheitert es bei sehr sehr vielen Produkten. Das reicht von ganz kleinen (MP3 Player haben zum Beispiel meist ein sehr schlechtes User Interface und keine gute Usability) bis zu sehr komplexen Anwendungen (Linux ist da mein ganz persönlicher Favorit).
Doch wie entwirft man eine Anwendung? Wie lässt man den User nie alleine, ohne ihm nervende Hilfen (Karl Klammer) an die Hand zu geben? Wie kann man den User nicht überfordern, wenn er doch diese ganzen tollen Softwareeigenschaften des neusten Internet-Produktes ausloten soll?
Leider gibt es vermutlich wie so oft keinen Weg, den man einfach so gehen kann. Wäre es nicht toll, ein Tutorial zu besitzen, das einem die perfekte Usability, die einfachste Software-Ergonomie und den klugen Nutzer bring?
Damit kann ich leider noch nicht dienen (ich arbeite aber daran, es wird zeitglich mit Duke Nukem Forever oder kurz danach erscheinen). Doch zumindest kann man sich ein paar Produkte anschauen, die eine gute Usability bieten, und einige, deren Fehler man vermeiden sollte.
Ein paar Beispiele zur Verdeutlichung:

Einkaufen / Ersteigern

Ebay
Ebay ist eines der Beispiele, wie man keinen User führen sollte. Während man zwar relativ einfach das findet, was man gerne ersteigern möchte, ist das Anmeldeverfahren, die Accountverwaltung und vor allem die Abmeldung, wenn man wirklich aus Ebay raus möchte, eine wahre Freude.
Beispiel: Versucht doch mal euren Account abzumelden… (bitte nicht ganz durchklicken, sonst ist der nämlich weg *g*)

Amazon
Das Gebenbeispiel zu Ebay stellt für mich Amazon dar. Man kann sogar auf seine Accountverwaltung zugreifen und wird erst zum Login aufgefordert, wenn es wirklich nötig ist. Auch der komplette Einkauf (ohne den Bestellschritt) erfordert keinerlei Registrierung. Abbuchung, One-Click und Amazon Prime runden das Angebot gut ab. Und wer schon einige Bestellungen getätigt hat, wird sicher schon erfahren haben, wie gut Amazon die Wünsche des Käufers vorsehen und entsprechen kann.

Software

Apple
Wenn es um benutzerfreundliche Hardware geht, kommt man nicht um den angebissenen Apfel drum herum. Sei es der iPod, MacOs X oder iTunes, hier werden Standards gesetzt. Innerhalb von 10 Minuten habe ich einen Podcast aufgenommen, mit einem am Mac aufgenommen Video versehen und via iTunes an meinen iPod gesendet. Ohne auch nur eine Seriennummer bei der Installation des Betriebssystem eingegen zu haben oder mich durch unschöne Textwüsten zu quälen. Auch Umsteiger auf Mac Systeme sind einfach begeistert, denn “es funktioniert”. Wenn ich mich frage, wie ich mein erstelltes mp3 aus iTunes auf meinen Windowsrechner laden kann, drag and drop auf den Desktop und es ist ein mp3. Solche positiven Erlebnisse machen das Arbeiten wieder spaßig.

Linux (hier Ubuntu)
Das Gegenteil in der Benutzerfreundlichkeit ist hier Linux mit seinen verschiedensten Derivaten. In den letzten Jahren wurde allerdings enorm an der Usability gearbeitet, doch ganz ohne Konsole und Ubuntuusers.de kommt man nicht aus. Alleine das Einrichten von Linux an einem PC oder gar auf einem Laptop nimmt ein paar Stunden in Anspruch. Dazu kommt das Verzweifeln, wenn man sich durch Config-Dateien und Terminalfenster wühlen muss. Für jemanden, der AM Computer, aber nicht MIT dem Computer arbeitet, ist dies auf Dauer wohl keine Lösung, weshalb sich Linux auf dem Desktop auch bis heute nicht durchgesetzt hat (die großen Firmen, die sich einen Linuxadmin leisten können, einmal ausgenommen).

Worauf kommt es nun an, wie kann man den Benutzer dazu bringen, von sich aus das zu tun, was der Programmierer sich wünscht, und wie schafft man ein Software-Design, das einfach funktioniert… Diese Frage könnt ihr gerne in den Kommentaren beantworten. Ich für meine Teil muss das ganze erst noch genau studieren ;-)

Als Empfehlung zum Schluss dieses Artikels noch einige Links, die ihr zum Thema Software-Ergonomie / Usability auf jeden Fall anklicken solltet:

Kategorie: Allgemein, Meinung | 1 Kommentar »


Veröffentlicht am Mittwoch, den 23. Januar 2008 um 00:52 Uhr veröffentlicht

Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Reaktion zu “Software-Ergonomie / Usability – ganz schön schwer”

 

  1. CakePHP & DIEVOLUTION Blog » Blog Archiv » Usability / Softwaredesign revisited Am 24. Januar 2008 um 17:10 Uhr

    [...] könnte es schon fast Schicksal nennen. Kurz nach meinem Artikel über die Probleme beim Erstellen des Designs von Web-Applikationen hat das Smashing Magazine eine exquisite Liste an Büchern zusammengetragen, die genau dieses [...]

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.